Dystonie


Was sind Dystonien?


Unter dem Begriff Dystonie (dys = fehlreguliert, tonus = Spannung) versteht man eine neurologische Bewegungsstörung, die mit unwillkürlichen Kontraktionen der quergestereiften Muskulatur einhergeht und zu teils repetitiven krampfhaften Bewegungen oder abnormen Fehlhaltungen einzelner Körperregionen bzw. des gesamten Körpers führen kann. Das klinische Bild kann dabei sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, weswegen die Diagnose teilweise schwer zu stellen sein kann. So existieren beispielsweise Dystonieformen die als eine dauernde Fehlstellung des Halses (Schiefhals), ständig unkontrolliertes Augenblinzeln (Lidkrampf) oder eine Verkrampfung der Hand in Folge von Übertraining (Schreibkrampf) imponieren. Diesen unterschiedlichen Dystonieformen können zudem verschiedene Ursachen zu Grunde liegen, die es durch den behandelnden Arzt abzuklären gilt. Dabei ist ein eigenständiges Erkrankungsbild (idiopathische Dystonie) von einem klinischen Syndrom im Rahmen einer anderen Grunderkrankung (symptomatische Dystonie), beispielsweise nach einer Durchblutungsstörung des Gehirns, abzugrenzen.

 

Weiterhin kann eine Dystonie auch als ein zusätzliches Krankheitssymptom bei anderweitigen neurologischen Erkrankungen, wie zum Beispiel dem M. Parkinson, auftreten und bedarf dann einer gesonderten Behandlung. Allen Dystonieformen gemein ist die Tatsache, dass diese durch eine Fehlfunktion spezifischer Netzwerkverbindungen des Gehirns hervorgerufen werden. Dabei  spielt zumeist eine Störung der tieferen Gehirnzentren, den Basalganglien, eine besondere Rolle, denen eine krankhaft erhöhte Aktivität der dort lokalisierten Nervenzellen zu Grunde liegen soll.

 

Quelle:

https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/dystonien/was-sind-dystonien/


Weitere Informationen zum Krankheitsbild Dystonie finden Sie unter www.dystonie.de



Fokale Formen

 


Die häufigste Form der Dystonie ist die fokale (örtlich begrenzte) Dystonie. Sie tritt hauptsächlich im Erwachsenenalter auf. Fokal heißt, dass jeweils ein einzelner, abgegrenzter Bereich des Körpers betroffen ist.


Es handelt sich um:


•zervikale Dystonie, Torticollis (Schiefhals)


•Blepharospasmus (Lidkrampf)


•Oromandibuläre Dystonie (Mund-, Zungen-, Schlundkrampf)


•Spasmodische Dysphonie (Stimmbandkrampf)


•Gliederdystonie (Schreibkrampf, Fussdystonie)




Andere Formen



Im Gegensatz zu den fokalen Dystonien stehen die Erscheinungsformen, die weite Bereiche des Körpers erfassen:


•Segmentale Dystonie


•Generalisierte Dystonie


•Hemidystonie


•Torsionsdystonie


•Dopa-responsive Dystonie / Segawa-Syndrom


•tardive Dystonie


Bei der segmentalen Dystonie sind zwei nebeneinander liegende Körperbereiche betroffen. Bei der Hemidystonie sind die Muskeln einer Körperhälfte betroffen. Bei der Torsionsdystonie kommt es zu Verdrehungen im ganzen Rumpfbereich. Sie ist sehr ähnlich der generalisierten Dystonie, bei der Muskelverkrampfungen in vielen Bereichen des Körpers gleichzeitig auftreten.Bei der dopa-Responsiven Dystonie / Segawa-Syndrom handelt es sich um eine besondere Form der Dystonie, die bereits im Kindesalter auftritt. Hier liegt eine Störung des Dopamin-Stoffwechsels vor. Die tardive Dystonie wird durch Einnahme von bestimmten Medikamentengruppen ausgelöst.